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Suffizienz

Umweltschutz durch Effizienz – Die Grundlage

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelten die beiden Wissenschaftler Paul Ehrlich und John Holdren eine einfache Formel, um den Einfluss des Menschen auf die Umwelt darzustellen:

I = P x A x T

Dabei steht I für Impact, die Umweltbelastung, P für die Population, A für Affluence, also den Wohlstand pro Kopf, und T ist ein Technikfaktor (nachzulesen in Ernst Ulrich v. Weizsäcker “Faktor 5”, Droemer-Verlag 2010)
Sicher ist, dass die Population weiter steigen wird – im Jahr 2050 werden rund 9 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Auch der Wohlstand pro Kopf wird zunehmen – die Diskussion um ein sinnvolles Maß an Wohlstand und Wirtschaftswachstum in den Industrieländern und den aufsteigenden Nationen ist komplex und global, und sie beginnt doch bei jedem Einzelnen.

Der Faktor T beschreibt den Einfluss der Technik auf die Umweltbelastung, und bislang ist der Energie- und Ressourcenverbrauch durch Technik stetig angestiegen. Durch den Einsatz effizienter Technologien und Anlagen ist es möglich, auch ohne größere Komfort-Einbußen den Energie- und Ressourcenverbrauch zu stabilisieren oder sogar zu senken und somit den Technikfaktor zu reduzieren.

Und dies ist das Mindeste, was jeder Mensch und jeder Betrieb tun kann.

 

Umweltschutz durch Suffizienz – Die logische Folge

Der Dreizack der Nachhaltigkeit:

Die Effizienz beschreibt das Verhältnis zwischen dem erreichten Ergebnis und den eingesetzten Ressourcen. In der Umweltökonomie gilt Effizienz als Entscheidungskriterium, das von mehreren ökologisch gleich wirksamen Maßnahmen diejenige auswählt, die mit den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten verbunden ist und es werden Maßnahmen entwickelt, die den Ressourcen und Energie-Einsatz pro Output-Einheit senken.

Die ökologische Konsistenz, auch Ökoeffektivität bezeichnet, will ökonomische Prozesse als ein System vollkommen geschlossener Stoffkreisläufe organisieren, frei von Abfällen, Emissionen udn anderen Umweltschädigungen. Das Ziel dabei ist es, industrielle Produktionsweisen so zu verändern, dass sie auch in großen Volumina nachhaltig sind. Ein Beispiel hierfür ist der Ansatz von “Cradle-to-Cradle”.

Suffizienz beschreibt den Entwicklungs-Prozess zu einer umweltfreundlichen Lebens- und Wirtschaftsweise, die dem übermäßigen Verbrauch von Gütern (im Rahmen des Konsumverhaltens der Wegwerfgesellschaft), von Energie und Rohstoffen ein Ende setzt. 
Die Suffizienz-Forschung schließt ein, welche Folgen ein maßvolles Handeln in Privathaushalten, Unternehmen und Institutionen für Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftswachstum hat und wie uns eine positive Zukunft in ihrer ganzen Vielfalt zur Verfügung steht.

Die Effizienz moderner Technologien verpufft häufig durch sogenannte „Rebound-Effekte“, so dass im modernen Umweltschutz die Suffizienz einen neuen Stellenwert einnehmen muss.

Über die Suffizienz und über das eigene Konsumverhalten hat jeder einzelne Mensch die Möglichkeit, den Faktor A (Affluence) zu beeinflussen und zu verringern.

Aktuell existieren verschiedenste Ideen und Konzepte, die sich mit der Sinnhaftigkeit des Konsums und der Arbeit sowie mit den Werten in unserer Gesellschaft und in unserem Wirtschaftssystem beschäftigen, u.a. die Gemeinwohlökonomie oder das bedingungslose Grundeinkommen. Rutger Bregman appeliert in seinem Buch „Utopien für Realisten“, aus den aktuellen Ideen und Konzepten eine neue Vision für unsere Zukunft zu gestalten.

Frederic Laloux beschreibt in seinem Buch „Reinventing Organizations“ die praktische Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit im Unternehmenskontext.

Das Buch „After Work“ von Tobi Rosswog oder die Bücher von Tom Hodgkinson mit einer positiven Definition des Begriffs „Müßiggang“ beschreiben praktische Ansätze und Umsetzungen.

Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrem persönlichen oder unternehmerischen Prozess zur Suffizienz mit Coaching, Beratung oder Teamentwicklung.

 

Wenn wir unsere Konsumsucht zügeln und aufhören einzukaufen, kommen wir der alltäglichen Freiheit wieder näher, einfach weil wir dann weniger für Geld arbeiten müssen.

Es gilt, die eigene Freiheit in kleinen Schritten zurück zu erobern: baue eigenes Gemüse an, backe eigenes Brot, mache eigene Marmelade, repariere Dinge.

 

Wir sollten nicht mehr irgendetwas jobben, um Geld zu verdienen und mit dem Geld die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Statt dessen sollten wir direkt etwas Sinnvolles tun und die Produkte aus dem Tun nutzen. Lieber sinnvoll tätig sein als sinnlos schuften.

Der Appell: Abschaffung der Arbeit, Rückkehr zur Tätigkeit.

 

Das wahre Problem unserer Zeit ist nicht, dass es uns nicht gut ginge oder dass es uns in Zukunft schlechter gehen könnte. Das wahre Problem ist, dass wir uns nichts Besseres vorstellen können.
Wir müssen es wagen, das Unmögliche zu denken, denn nur so finden wir Lösungen für die Probleme unserer Zeit.

Die Zeit ist reif für die 15 Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen.

 

Link-Tipp:

Perspective Daily „Der Hype um NewWork ist eine Mogelpackung – sagt der Erfinder“

Zentral für das ursprüngliche New-Work-Konzept ist die Kombination von 3 Säulen: Lohnarbeit, Selbstversorgung und Konsumverzicht. Der konsum- und wachstumskritische Ansatz wurde jedoch von der heute gängigen Theorie abgetrennt.